Maternus Seniorencentrum Angelika-Stift

Im Interview: Yvette Große

Yvette Große, Einrichtungsleitung Maternus Seniorencentrum Angelika-Stift


 

1. Steckbrief
Ich bin 48 Jahre alt, verheiratet, habe 2 Kinder und komme aus Borna.

2. Seit wann sind Sie in diesem Haus beschäftigt und seit wann auf dieser Position?
Ich habe hier am 01.11.2017 direkt als Einrichtungsleitung begonnen.

3. Wie würden Sie das Haus mit seinen Mitarbeitern beschreiben, was macht es so besonders?
Das Maternus Seniorencentrum Angelika-Stift in Leipzig-Connewitz hat eine lange Tradition und ist ein fester Bestandteil im Quartier. Wir sind in der glücklichen Lage über einen weitläufigen parkähnlichen Garten zu verfügen, der unseren Bewohnern viel Grün zur Entspannung an frischer Luft bietet und zugleich Anlaufpunkt für unsere befreundeten Tagesmütter ist, die mit den Kleinen viel Sonnenschein in die Herzen unserer Senioren bringen.
Unsere Zusammenarbeit entspricht durchaus dem Gefühl einer „großen Familie“ anzugehören.

4. Wie sind Sie in die Pflege gekommen, welcher Werdegang liegt hinter Ihnen?
Die Voraussetzung war die liebevolle Beziehung zu meiner Großmutter. Als diese pflegebedürftig wurde, war es für mich selbstverständlich, ihr zu helfen. Mit der Zeit übernahm ich die gesamte Pflege und merkte bald, welche Freude und Erfüllung es mir brachte. Das war für mich impulsgebend für eine berufliche Neuorientierung, denn eigentlich bin ich gelernte Maschinenbauzeichnerin.
Im Jahr 2000 begann ich eine Umschulung zur examinierten Altenpflegerin. Ich arbeitete in dieser Zeit in der Diakonie in Borna, übernahm eine Wohnbereichsleitung bis mir die Pflegedienstleitung übertragen wurde. Mein Berufsziel sah ich in der Leitung eines Pflegeheimes. Dafür setzte ich mich mit 38 Jahren noch einmal auf die Schulbank, um ein berufsbegleitendes Studium zum Diplom Betriebswirt mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagerin zu absolvieren. 2011 beendete ich das Studium mit Erfolg und war ab 2012 in Personalunion Einrichtungs- und Pflegedienstleiterin in einer Einrichtung der Diakonie bis 2014. Im kommenden Jahr wartete eine neue Herausforderung auf mich. Nachdem ich mit den Gesetzlichkeiten in Thüringen vertraut war, leitete ich drei Heime zugleich. Ein mehr als 12-Stundentag war die Folge. Deshalb bin ich froh und dankbar, im Herbst vergangenen Jahres die Stellenanzeige von Maternus im Internet gefunden zu haben, um als Einrichtungsleiterin in diesem schönen Seniorenheim meine beruflichen Erfahrungen einbringen und meine Ideen verwirklichen zu können.

5. Was finden Sie besonders schön an Ihrem Beruf? Und was weniger?
Ich mag es, meine Mitarbeiter dort abzuholen, wo sie sich gerade befinden. Arbeitsprozesse effizient zu gestalten um damit, den uns anvertrauten Senioren eine zweite Heimat so angenehm wie möglich zu gestalten.

6. An welche besonders lustige oder emotionale Situation in Ihrem Beruf erinnern Sie sich gerne zurück?
Ich arbeitete noch als Pflegefachkraft, als ich eine Bewohnerin palliativ begleitete, um ihr ein würdevolles Abschiednehmen zu ermöglichen. Diese Frau hat sich für mein offenes Ohr und meine liebevollen Worte bei mir bedankt. Gern hätte sie sich diese Zuwendung von ihrer Enkelin gewünscht. Das war das schönste Kompliment was ich von einer Bewohnerin bekommen habe.

7. Was muss man Ihrer Meinung nach als Pflegekraft mitbringen, damit man Freude an diesem Beruf hat?
Für mich ist es wichtig, das Herz am rechten Fleck zu tragen. Offen und urteilsfrei auf den mir anvertrauten Menschen zuzugehen. Dazu braucht es Geduld und Ausdauer aber auch Ehrlichkeit und Interesse. Dann habe ich auch Spaß im Umgang mit Menschen, weil schon kleine Gesten die Bewohner glücklich machen. Und die Dankbarkeit kommt vielfach von den Bewohnern als kleines Lächeln oder Händedruck an mich zurück.

8. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten für die Pflege – welcher wäre das?
Da gibt es für mich nur eine Antwort: mögen sich künftig viele junge Menschen bei der Berufswahl aus Herzensangelegenheit für den Pflegeberuf entscheiden. Und weiter wünsche ich mir für unsere Einrichtung, viele motivierte Bewerber, die hier vor Ort ihren Beruf ausüben wollen.

9. Welche Frage hören Sie am häufigsten in Ihrem Berufsalltag und wie beantworten Sie diese souverän?
Oh, da gibt es nicht nur eine Frage. Die wichtigste ist natürlich die der Angehörigen und Pflegebetroffenen, die sich um das künftige neue Zuhause und die Versorgung dreht. Jeder Mensch ist einzigartig und will auch so angenommen werden. Daher ist die Antwort: Wir sind täglich engagiert, den uns anvertrauten Mensch ein würdevolles selbstbestimmtes Leben zu gestalten. Dazu arbeiten wir höchst professionell im Team.

10. Haben Sie noch einen Tipp für eine bestimmte Zielgruppe?
Offenheit. Das gilt sowohl für Bewohner als auch Mitarbeiter, Bewerber, Azubis und Angehörige. Nur wenn man um verbesserungswürdige Zustände weiß, kann man sie erfolgreich, im Team und zum Wohle Aller ändern.



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