Maternus Seniorencentrum Dresdner Hof

Im Interview: Lars F. Werner

Lars F. Werner, Einrichtungsleitung Maternus Seniorencentrum Dresdner Hof


 

1. Steckbrief
Ich bin 32 Jahre alt, verheiratet, habe 1 Kind und bin gebürtiger Karl-Marx-Städter (jetzt Chemnitz).

2. Seit wann sind Sie in diesem Haus beschäftigt und seit wann auf dieser Position?
Am 01.01.2018 habe ich im Dresdner Hof direkt als Einrichtungsleiter angefangen.

3. Wie würden Sie das Haus mit seinen Mitarbeitern beschreiben, was macht es so besonders?
Der Dresdner Hof ist das „etwas andere Pflegeheim“ in Leipzig. Durch die Integration in ein altes historisches Messehaus bekommt die Einrichtung ihr besonderes Flair. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich unermüdlich für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ein und sind immer für sie da.

4. Wie sind Sie in die Pflege gekommen, welcher Werdegang liegt hinter Ihnen?
Ich habe nach dem Abitur in Chemnitz auf der Neurologie meinen Zivildienst gemacht und dort die Pflege kennengelernt. Durch meinen Onkel und meine Tante, welche auch in der Pflege arbeiten, ist mir die Entscheidung damals leicht gefallen. Nach meiner Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger im Krankenhaus (KH) Waldfriede in Berlin-Zehlendorf habe ich in der internistischen Abteilung im KH gearbeitet. Nebenbei habe ich berufsbegleitend ein Studium der Gesundheits- und Pflegewissenschaften (B.A.) an der Theologischen Hochschule Friedensau absolviert. In dieser Zeit konnte ich auch die Zusatzqualifikation zum Praxisanleiter erwerben. In den drei Jahren meiner Praxisanleitertätigkeit habe ich viele Auszubildende auf das Examen vorbereitet, Examen geprüft und als Dozent in der Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege des KH Waldfriede gearbeitet. Anschließend habe ich als Assistent und Stellvertretung der Pflegedirektorin im KH St. Elisabeth- und St. Barbara gearbeitet und wieder parallel ein Studium, diesmal den Master in den Gesundheits- und Pflegewissenschaften (M.Sc.), an der Martin-Luther-Universität in Halle Wittenberg absolviert.

5. Was finden Sie besonders schön an Ihrem Beruf? Und was weniger?
Schön finde ich, dass meine Arbeit sehr abwechslungsreich ist und dass man auch kreativ sein kann.

6. An welche besonders lustige oder emotionale Situation in Ihrem Beruf erinnern Sie sich gerne zurück?
Es gab viele emotionale, aber auch lustige Situationen. An eine Situation in meiner Krankenhauszeit erinnere ich mich gut. Es lag auf Station eine ältere Patientin, welche sehr in sich verschlossen war und seit ihrer Aufnahme ins KH nicht gesprochen hat. Alle dachten sie wäre stumm. Ich wollte herausfinden, ob dies wirklich so sei. Ich hockte mich zu ihr ans Bett und fragte sie nach ihrem Befinden. Sie sah mich durchdringlich an und nach ca. 5 Minuten schweigsamen Blickkontakt antwortete sie mir. Diese Situation hat mir gezeigt, dass ich mir auch Zeit nehmen muss, wenn ich an meinem Gegenüber ernsthaft interessiert bin.

7. Was muss man Ihrer Meinung nach als Pflegekraft mitbringen, damit man Freude an diesem Beruf hat?
Begeisterung im Umgang mit (älteren) Menschen, Empathie und emotionale Intelligenz, wichtig ist auch die Fähigkeit, sich klar abgrenzen zu können und auf sich selbst zu achten. Ich erlebe es sehr häufig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege für die Bewohner/Patienten alles geben, sich dabei aber selbst vergessen. Pflege ist vor allem Beziehungs- und Teamarbeit – das muss ich mitbringen, wenn ich in der Pflege erfolgreich arbeiten möchte.

8. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten für die Pflege – welcher wäre das?
Ich wünsche mir von den verantwortlichen Entscheidern, dass Pflege nicht nur in aller Munde ist, sondern auch dass Pflege politisch noch stärker unterstützt wird (Pflegekammern) und dass im Bereich der Altenpflege einheitliche Pflegeschlüssel gelten.

9. Haben Sie noch einen Tipp für eine bestimmte Zielgruppe?
Azubis bzw. interessierte Schüler/Personen: Geht in die Pflege und macht die Ausbildung! Es ist ein toller Beruf mit Jobgarantie und einer Vielzahl von Möglichkeiten sich nach der Ausbildung noch weiterzuentwickeln (fachliche Spezialisierung, Studium etc.).



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