Cura Seniorencentrum Verden

Die Glücklichmacher

Ein Blick hinter die Kulissen der Küche

Heute gibt es Fisch, denn es ist Freitag. „Paniertes Schollenfilet mit Remoulade. Dazu Speckkartoffelsalat“ lautet das Auswahlmenü I im CURA Seniorencentrum Verden. Doch auch das Menü II kann sich sehen lassen: Gebratenes Hähnchenbrustfilet mit Petersiliensauce, dazu ein gemischter Salat und Salzkartoffeln.  „Wir kochen möglichst mit frischen Zutaten“, sagt Küchenmeister Martin Rosenberg nicht ohne Stolz. „Bei uns gibt es eine einfache, ehrliche Küche.“ Ehrlich sei echtes Handwerk und kein Aufreißen von Tüten, so der 48-Jährige. „In den Speckkartoffelsalat haue ich kein Fertigpulver rein, wenn ich es selbst machen kann.“

Schließlich sind die Bewohnerinnen Gäste für den Küchenmeister. Seit Oktober arbeitet Martin Rosenberg in der Küche des Seniorencentrums. Vorher war er jahrelang in einem Tagungshotel tätig. „Ich war verantwortlich für drei Küchen in drei Hotels“, erinnert er sich. Den Betrieb habe er verlassen, weil die Arbeit kein Ende nahm.

„Ich wollte wieder ein Leben haben, einfach mehr Freizeit. In jedem Hotel gab es vier bis fünf Buffets auf

Büroarbeit gehört zum täglichen Geschäft

mehreren Etagen verteilt.“ Martin Rosenberg wollte kein 16-Stunden Tage mehr und hielt nach einer anderen Arbeitsstelle Ausschau. Seine Referenzen waren ausgezeichnet. Mit 16 Jahren hatte er seine Lehre begonnen und schloss sie als Küchenmeister ab. Mit 35 studierte Hotelbetriebswirtschaftslehre. „Ich bin staatlich geprüfter Hotelbetriebswirt“, erzählt er. „Das ist einem Abschluss als Bachelor gleichwertig. Koch ist mein Traumberuf.“

 

Martin Rosenberg und sein fünfköpfiges Team verwöhnen rund 64 Bewohnerinnen und Bewohner im Zweischichtbetrieb. Die Frühschicht beginnt um 06:30 Uhr und die Spätschicht um 14 Uhr. Normalerweise endet diese um 19:30 Uhr – es sei denn, es gibt eine Veranstaltung oder ein Fest. „Dann kann das auch schon einmal länger gehen“, so Martin Rosenberg.

Martin Rosenberg bei der Arbeit

Das Frühstück im Seniorencentrum beginnt um 08:00 Uhr. Zuerst werden die Gäste in der Tagesoase versorgt. „Wir gehen gerne auf Sonderwünsche ein“, erzählt der Küchenchef. Manche Lebensmittel müssen gesondert beschafft werden. Wenn ein Bewohner beispielsweise laktosefreie Kost bekommen muss, können die nicht im Großhandel bestellt werden. „Da gibt es nur große Portionen. Wir haben hier nur ein oder zwei Bewohner, die eine Laktoseunverträglichkeit haben. Es gibt kein Weißbrot ohne Laktose. Sie könnten Graubrot essen, aber das ist nicht unbedingt bekömmlich“, so Martin Rosenberg. Kürzlich wünschte sich eine Bewohnerin, mit einer Unverträglichkeit, frische Brötchen. „Auch das haben wir möglich gemacht.“ Alle Mahlzeiten werden vom Küchenpersonal ebenfalls in den drei Wohnbereichen verteilt – für Bettlägerige sowie für Bewohner, die nicht in der Tagesoase oder im Bistro essen möchten.

 

Ab halb zwölf Uhr gibt es Mittagessen. Das können die Bewohner im Voraus  zwischen zwei Gerichten wählen, wovon eines zusätzlich in Form von passierter Kost für Bewohner mit

Kau- und Schluckbeschwerden angeboten wird. Jeden Nachmittag gibt es eine Kaffeemahlzeit und ab 17:30 Uhr wird das Abendbrot gereicht.

 

„Essen ist das Wichtigste überhaupt“, sagt Martin Rosenberg. „Wenn das Essen nicht gut ist, ist der ganze Tag nicht gut.“ Über Lob würden er und sein Team sich schon freuen. „Man bekommt es schon mit, weil man ja die Leute mehrfach am Tag sieht. Aber auch Kritik nehme ich sehr gerne an.“ Im Grunde seien er und sein Team Glücklichmacher. „Wir versuchen es jedenfalls Tag für Tag.“