Maternus Seniorencentrum Köln-Rodenkirchen

Corona – ein positiver Aspekt

Eigentlich würde ich von mir behaupten, dass sich auch mit Corona nicht so wahnsinnig viel in meinem Leben verändert hat. Ja klar, man kann nicht mehr in Urlaub fahren, ich habe ganz viele Freunde schon arg lange nicht mehr gesehen, kann nicht mehr zum Sport und ins Kino, nicht mal mehr ins Restaurant oder zum shoppen in die City; und trotzdem vermisse ich nur zwei Dinge. Ich würde so gerne mal wieder schwimmen gehen und wenn ich (vor Corona) einkaufen war, habe ich anschließend so gerne in einem Café gesessen und einfach einen Kaffee getrunken. Das fehlt mir wirklich. Mit meinen Freunden bin ich nach wie vor verbunden, wir telefonieren wieder öfter oder wir schreiben uns Nachrichten via Whatsapp, im Kino bin ich eh seit Jahren nicht gewesen und ich bin gerne zuhause. Ich kann mich stundenlang ohne Probleme selber beschäftigen, ich höre Hörbücher (manchmal erstelle ich selber welche) backe Kuchen, miste meine Wohnung aus oder hänge meinen Gedanken nach. Ich muss nicht in Urlaub fahren, um abzuschalten oder um mich zu entspannen. Mir reicht unser Wald…allerdings vermisse ich das Meer. Da würde ich gerne mal wieder hin. 2019 war ich mit einer Freundin 3 Tage in den Niederlanden, erst am Meer und dann in Amsterdam, das wollte ich gerne letztes Jahr noch mal machen, aber dann fiel das buchstäblich ins Wasser und auch dieses Jahr ist es noch nicht sicher, ob das realisierbar ist.
Und dann gibt es auch plötzlich Dinge, die positiv sind. Ich kann jetzt hin und wieder von zuhause aus arbeiten; ich habe dann keine weite Anfahrt – sondern kann mich aus dem Bett schwingen und am Schreibtisch sitzen, in weniger als 30 Sekunden und einen Kaffee gibt’s auch noch und mit den Kollegeninnen bleibe ich ja trotzdem verbunden, das Internet macht es möglich. Für meine Kollegeninnen gibt es nur einen Nachteil, sie müssen in der Zeit, in der ich im Homeoffice bin, auf meine Kuchen verzichten. Das freut meine zwei Neffen ungemein, die klingeln nämlich jeden Tag und fragen nach Kuchennachschub – noch so ein positiver Aspekt, ich sehe die Jungs wieder regelmäßiger. Dadurch, dass sie im Homeschooling sind, sind sie jetzt immer zuhause und wollen nachmittags beschäftigt werden … mit dem Kleinen (der ist jetzt schon 9 Jahre alt) teile ich meine Backleidenschaft!
Hat mich Corona verändert? Mich persönlich, abgesehen von meinem Alltag? Ja irgendwie schon, Corona hat mich entschleunigt, das Virus hat mir gezeigt, dass man auch auf einsamen Wegen ans Ziel kommt, dass man nicht so alleine ist, wie man glaubt und dass plötzlich Freundschaften entstehen, obwohl man räumlich getrennt ist. Und das eine anständige Frisur und Haarfarbe völlig überwertet wird. Seit Corona schneide ich meine Haare selber und ich lass die Farbe weg… ja jetzt wächst langsam das Grau nach, aber was solls? Ich bin gesund, ich bin geimpft – ich hab alles was ich brauche. Ja ich bin dankbarer geworden und ein Stück weit zufriedener. Auch wenn ich möchte, dass Corona so schnell wie möglich verschwindet, so hoffe ich doch, dass das gute Gefühl bleibt. Wir verpassen nichts im Leben, wir leben das Leben nur anders, vielleicht bewusster, aber auf jeden Fall positiv!

#Bleiben Sie gesund

Katja Grund 02.2021



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